Cusco und Heiliges Tal der Inka

Nach unserer ersten Fahrt im Nachtbus sind wir am Morgen ziemlich übernächtigt in Cusco angekommen. Eigentlich waren wir für eine eher kalte Fahrt gerüstet und hatten für unsere Sitze den Schlafsack und warme Kleidung ins Handgepäck gepackt. Doch all das brauchten wir nicht wirklich, da die Klimaanlage zwar funktionierte, aber doch eher auf kuschelig warm eingestellt war.

Cusco begrüßte uns mit einem klaren Himmel und zumindest am Morgen mit kühlen Temperaturen. Da wir leider noch nicht einchecken konnten, mussten wir direkt einige Stunden durch die Stadt streifen, bevor wir die Möglichkeit für einen kleinen Mittagsschlaf hatten.

Sehenswürdigkeiten

PLAZA DE ARMAS

Das Herz der Stadt bildet wie in den meisten südamerikanischen Städten der zentrale Hauptplatz, um den sich die wichtigsten städtischen Gebäude reihen. Die Kathedrale von Cusco, die im 16. Jahrhundert auf den Grundmauern eines ehemaligen Inka-Palastes erbaut wurde und die Jesuitenkirche, die ebenfalls auf einem Inka-Palast steht. In unmittelbarer Umgebung befindet sich noch die Klosterkirche La Merced, deren wichtigster Besitz eine 22kg schwere goldene Monstranz darstellt.

Wenn man mit offenen Augen durch die Gassen und Straßen der Altstadt geht, dann kann man immer wieder fugenlose Inkamauern entdecken, bei deren Betrachtung man sich staunend fragt, wie eine solche Perfektion ohne moderne Werkzeuge erreicht werden konnte. Den berühmtesten Stein kann man in der ‚Calle Hatunrumiyoc‘ finden.

VIERTEL SAN BLAS

In unmittelbarer Nähe zum Hauptplatz liegt das Künstlerviertel San Blas, das noch zur Altstadt von Cusco gehört, unzählige kleine Gassen enthält und durch noch viel mehr Treppenstufen miteinander verbunden ist. Hier findet man tolle Unterkünfte, individuelle Cafés mit gutem Kuchen, ausgefallene Restaurants und viele kleine Läden, die Mode, Schmuck und individuelle Dinge verkaufen.

Bei den Streifzügen durch Cusco darf man jedoch nicht vergessen, dass man sich in beachtlicher Höhe befindet und somit jede Treppe schnell auch zur Herausforderung werden kann. Daher sollte man es vor allem an den ersten Tagen eher langsam und gemächlich angehen lassen und dadurch das besondere Flair noch besser aufsaugen.

CHRISTO BLANCO

Wenn man dann aber doch die sportlichere Herausforderung suchen möchte, kann man durch die verwinkelten Gassen in San Blas den Weg über unzählige Stufen zum Christo Blanco suchen (Treppen beginnen in der Calle Tandapata). Dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass insbesondere in den nicht durch Touristen häufig frequentierten Bereichen viele Straßenhunde den Tag und vermutlich auch die Nacht verbringen. Die meisten davon beachten die Menschen jedoch nicht und genießen viel mehr die wärmenden Sonnenstrahlen und ihr Nickerchen.

Schon von Weitem kann man die gut 8 Meter hohe weiße Christusstatur erblicken, die mit weit ausgebreiteten Armen auf Cusco hinab blickt. Man selbst sollte es ihr unbedingt gleich tun, da man einen wunderbaren Blick über die gesamte Stadt hat. Den Abstieg kann man dann in Richtung Sacsayhuamán in Angriff nehmen (hier nicht von den bereit stehenden Taxifahrern, die das Gegenteil erzählen, beirren lassen), da man an der Außenmauer entlang wieder zurück in die Stadt laufen kann. Wer im Besitz des großen Touristentickets oder der Variante für Cusco ist, kann hier den Besuch der Anlage anschließen, oder schon direkt den Aufstieg zum Christo über die Anlage in Angriff nehmen (Calle Don Bosco/Calle Pumacurco).

In Cusco lohnt es sich auf alle Fälle auch frei durch die Straßen und über die Plätze zu streifen und zu schauen, was sich noch entdecken lässt. Man wird auf alle Fälle noch jede Menge weitere Kirchen, aber auch Museen finden, z.B. Museo Inka, die Interessantes zu bieten haben.

Ausflüge ab Cusco – Heiliges Tal der Inka

MARAS & MORAY

Maras und Moray lassen sich gut mit einem Tagesausflug ab Cusco erreichen, allerdings ist es definitiv sinnvoll, eine Tour zu buchen, da man ansonsten auf das Collectivo und zwischen den Anlagen auf ein Taxi zurückgreifen muss.

Unsere Tour begann am Brunnen auf dem Plaza de Armas und dann ging es mit einem Kleinbus über Chinchero nach Moray.

Moray wird auch als landwirtschaftliche Versuchsanstalt der Inka gesehen, da man davon ausgeht, dass die drei Terrassen neben dem vorherrschenden Makroklima verschiedene Mikroklimata simulierten und daher bis zu 250 Getreide- und Gemüsesorten auf ungefähr 3500 Höhenmetern angebaut werden konnten. Bis vor 50 Jahren wurden die bis zu 70m tiefen Dolinen noch für den Anbau von Kartoffeln und Getreide genutzt. Neben den Terrassen ist auch das noch immer sichtbare Bewässerungssystem eine Meisterleistung, die zur damaligen Zeit das Überleben der Bevölkerung im Andenhochland sicherte.

Vom Ende der Anlage ging es mit dem Bus weiter nach Maras.

Maras ist berühmt für seine Salzterrassen, die terrassenförmig in den Hang integriert sind und durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem mit Wasser versorgt werden. Die Salzterrassen, die noch immer in Familienbesitz sind, dürfen nicht mehr betreten werden und können nur noch von der Aussichtsterrasse betrachtet werden. Leider wurde während unseres Besuchs kein Salz abgebaut, da wir Peru während der Regenzeit besuchten. Das Salz wird während der Saison durch sukzessive Verdunstung gewonnen und dann mit LKWs nach Lima transportiert.

Der Eintritt zu den Salzterrassen ist nicht Bestandteil des Touristentickets, daher zahlt man an einem Checkpoint noch einmal 10 Sol an die Gemeinschaft.

OLLANTAYTAMBO

Auf unserem Weg zum Machu Picchu sind wir bereits in Dunkeln mit einem Kleinbus durch Ollantaytambo gefahren und wollten die Stadt nach diesem ersten Eindruck auf alle Fälle noch einmal länger und bei Tageslicht besuchen. Da wir uns keiner Tour anschließen wollten, nutzten wir eines der Sammeltaxis (Avenida Grau/Pavitos) ab Cusco, um nach Ollantaytambo zu gelangen. Alternativ kann man auch vor oder nach dem Besuch von Machu Picchu eine Nacht in Ollantaytambo verbringen.

Ollantaytambo befindet sich in vielen Bereichen noch immer im ursprünglichen Zustand und gilt als einzige verbliebenes Beispiel für Stadtplanung aus der Inka-Zeit.

Die Inka-Ruinen sind strategisch in den Hang gebaut und von hier hat man einen beeindruckenden Blick in das Heilige Tal der Inka. Auf dem Berg gegenüber kann man weitere Ruinen sehen, die den Inka als Vorratsspeicher dienten. Man kann auch zu diesen Ruinen aufsteigen und hat dann von dort einen wunderbaren Blick über den Ort Ollantaytambo, sodass man Innenhöfe innerhalb der Straßenblocks erkennen kann und man sieht natürlich die Inka-Ruinen in ihrer gesamten Ausprägung.

MACHU PICCHU

Aufgrund der Komplexität der Anreise und der Bedeutung der Anlage widmen wir unserem Besuch des Machu Picchu einen eigenen Artikel. Dieser ist hier zu finden. (Coming soon)

WEITERE SEHENSWERTE ZIELE IN DER UMGEBUNG

  • Pisac – Pisac besteht aus der eigentlichen Stadt und dem heiligen Bezirk, die über eine Treppe miteinander verbunden sind. Besondere Bedeutung hat der Intihuatana, ein Felsbrocken, an dem laut der Inka die Sonne angebunden sein soll. Am Sonntag findet ein farbenfroher Markt statt.
  • Chinchero – Im Rahmen unserer Tour nach Maras und Moray haben wir in diesem Ort angehalten, allerdings nicht die Ruinen und die Kirche, sondern nur eine Collective besucht, die uns das Handwerk der Inka näher gebracht hat. Am Sonntag findet hier ein farbenfroher Indiomarkt statt.
  • Rainbow Mountain – Während unserer Zeit in Cusco lag Schnee auf der Spitze des Berges, weshalb wir auf einen Besuch verzichtet haben.
  • Lagune Humantay – Türkisfarbene Lagune auf ca. 4200m, die durch eine 5km lange Wanderung mit ca. 400 Höhenmetern erreicht werden kann.

In Cusco haben wir uns sehr schnell wohlgefühlt, vor allem das Viertel San Blas und die dort entdeckten Cafés und Gaststätten haben uns sehr gut gefallen, weshalb wir dieses Flair voll ausgekostet haben.

Außerdem bietet die Stadt selbst und dann vor allem die Umgebung unheimlich viel, sodass man in der Region mehr Zeit als nur ein paar Tage verbringen kann.

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