O’ahu

Egal ob von Europa oder wie in unserem Fall von Südamerika aus dauert es eine gefühlte Ewigkeit bis man die Inseln im Pazifik erreicht. Wir waren auf der einen Seite total erledigt nach über 2 vollen Reisetagen von Santiago de Chile über Atlanta (15h Aufenthalt, zum Glück über Tag mit der Möglichkeit in die Stadt zu fahren) und San Francisco (8h Aufenthalt über Nacht am Flughafen) nach Honolulu auf O’ahu und auf der anderen Seite freuten wir uns auf die Sonnenseiten, die eine solche Insel/Inselgruppe mit sich bringt.

Während unserer 4 Tage auf O’ahu hatten wir zum ersten Mal das Glück einen nagelneuen Mietwagen fahren zu dürfen, der uns kreuz und quer über die Insel begleitete und uns auch während einer regnerisch ungemütlichen Nacht eine bequeme Übernachtungsmöglichkeit bot.

Die Karte zeigt diesmal nicht unsere tatsächliche Route, da wir doch so einige Strecken, auch aufgrund des wechselhaften Wetters mehrmals fuhren, dafür allerdings die Orte, die uns am besten gefallen haben.

Sehenswürdigkeiten

Trotz des neuen Wagens war unser Start auf O’ahu nicht ganz so wie erhofft, da der Regen hier unser stetiger Begleiter war und wir unsere Pläne häufiger anpassen oder auch vollständig canceln mussten.

PEARL HARBOR – USS ARIZONA MEMORIAL

Vom Flughafen aus ging es direkt zum nahegelegenen Stadtteil Pearl Harbor. Bei der täglichen Ticketvergabe für einen Besuch beim USS Arizona Memorial (=Gedenkstätte) sind wir allerdings leer ausgegangen, sodass wir unser Glück vor Ort versuchen wollten.

Hier sind 1102 Seeleute der USS Arizona während des japanischen Angriffs 1941 ums Leben gekommen. Das gesunkene Kriegsschiff liegt unter dem Mahnmal, das mit Pendelbooten erreicht werden kann. Für genau diese Pendelboote benötigt man entweder eine Reservierung oder ein Ticket aus dem angrenzenden Besucherzentrum.

Wir hatten so gesehen jedoch doppelt Pech, denn am Tag unseres Besuches und auch an den weiteren Tagen wurde das Memorial aufgrund des Windes und der Strömung nicht angefahren, sodass man die Gedenkstätte nur vom Besucherzentrum aus sehen und dort historische Informationen über den Angriff erhalten konnte.

STRÄNDE O’AHU

Bei der Buchung unserer Flüge hatte wir nicht ganz im Blick, dass es auch auf den Hawaii Inseln wechselnde Jahreszeiten gibt und es im Winter häufiger kurze und manchmal auch längere Regenfälle und außerdem starke und heftige Winde, die vor allem die Nord- und Ostseite der Inseln treffen, gibt.

Während es hier für den normalen Schwimmer aufgrund der hohen Wellen fast unmöglich erscheint, ins Wasser zu gehen, freuen sich die unzähligen Surfer, deren Künste auf dem Brett man vom Ufer aus betrachten kann, umso mehr über diese hohen Wellen.

Daher wurde unsere Sehnsucht nach weißem Strand und türkisblauem Wasser in angenehmer Badetemperatur zunächst einmal nicht gestillt.

Waikiki Beach im Südwesten der Insel bietet zwar genau das, aber dieser Strand war uns dann doch deutlich zu voll.

Was wir zuvor nicht wussten, der helle Sand dieser flachen Bucht mit ihren sanften Wellen muss regelmäßig aufgrund der stetigen Erosion wieder aufgeschüttet werden und kommt zum Teil von der Kalifornischen Küste und einer Sandbank im Norden von O’ahu.

Beeindruckender fanden wir dann definitiv den Turtle Beach am North Shore. Hier konnten wir unsere ersten Schildkröten im hellen Sand sehen, die sich dort ausruhten und aufwärmten, bevor sie wieder zurück ins Wasser robben und dort durch die Wellen gleiten.

MAKAPU’U LIGHTHOUSE TRAIL

Eine Regenpause konnten wir dann endlich nutzen, um doch etwas weiter zu gehen als nur vom Parkplatz bis zum Aussichtspunkt, wie das in Amerika ja sehr häufig ist. Auch wenn sich der asphaltierte Weg autobahngleich den Hügel hinaufwindet, bietet die Plattform am Ende des Weges einen wunderschönen Blick auf die angrenzende Küste und den Leuchtturm. Mit etwas Glück kann man von hier aus sogar Wale sehen.

HALONA BLOWHOLE

Fährt man im Anschluss die Küstenstraße weiter, findet man recht bald weitere Aussichtspunkte, unter anderem einen, von dem aus man Wasserfontänen aus verschiedenen Blowholes beobachten kann.

HONOLULU UND WAIKIKI BEACH

Dreh- und Angelpunkt für viele Hawaii-Reisende ist die Hauptstadt Honolulu, die einerseits alles bietet, was man von einer amerikanischen Stadt erwartet und andererseits viele Hinterlassenschaften der Hawaiianischen Monarchie besitzt.

Besonders erwähnenswert sind hierfür der Iolani Palast und das Aliiolani Regierungsgebäude.

Im Stadtteil Waikiki Beach befindet sich außerdem noch die berühmte Statur von Duke Paoa Kahanamoku, welche direkt vor dem berühmten hellen Sandstrand zu finden ist. Unweit dieser Statur haben wir zum ersten Mal das Pineapple Whip, eine Eisspezialität aus Ananas- und Zitronensaft, Kokosmilch, etwas Zucker und gefrorener Ananas probiert. Wir wurden während unserer Zeit auf Hawaii noch einige Male zum Wiederholungstäter.

DIAMOND HEAD

Unweit der Hauptstadt befindet sich ein beeindruckender Vulkankrater, den wir bei unserer Weiterreise von Kauai nach Maui von oben sehen konnten.

Dieser Krater ist heute so zugänglich, dass sich im grünen Kessel der Parkplatz befindet, von wo aus man zum Kraterrand aufsteigen kann, um einerseits Honolulu zu sehen und andererseits die wahre Größe des Kraters erfassen kann. Ein Besuch bei Sonnenaufgang bzw. Sonnenuntergang (außerhalb der Öffnungszeiten) soll sehr schön sein.

Bei solchen Wanderungen wird man immer wieder daran erinnert, dass die Inseln Hawaiis vulkanischen Ursprungs sind und allein durch die Kräfte aus dem Erdinneren entstanden sind.

EINE POSTKARTE VOM ANDEREN ENDE DER WELT

In Waikiki und auch Honolulu haben wir uns zunächst einmal nur sehr kurz aufgehalten, da uns die Stadt sehr schnell zu touristisch und amerikanisch war, dennoch kehrten wir noch einmal zurück, um einen ‚Auftrag‘ vom anderen Ende der Welt zu erfüllen.

Wir hatten noch immer die Postkarte, die wir im Fass der Wulaia-Bucht gefunden hatten bei uns und versuchten diese persönlich in Honolulu zuzustellen. Leider klappte dies nicht sofort, sodass wir nach einem kurzen Email-Kontakt eine Einladung auf der Insel Maui erhielten, die wir natürlich angenommen haben.

EIN KRITISCHER BLICK HINTER DIE KULISSEN

Hawaii ist in den Augen vieler Reisender und auch in unseren Augen ein Sehnsuchtsziel, das von Deutschland aus gesehen am anderen Ende der Welt liegt. Wer hier in einer der unzähligen tollen Hotel- oder Bungalowanlagen unterkommt und nur die Haupttouristenattraktionen besucht, kann genau die Sehnsucht stillen, die er mit diesem Ziel verbindet. Wenn man allerdings mit offenen Augen über die Insel fährt und sich mit Einheimischen unterhält, dann muss man feststellen, dass die Insel und vor allem ihre Bewohner mit existentiellen Problemen kämpfen müssen.

Im Jahr 2017 besuchten allein 5,5 Millionen Touristen die Hauptinsel O’ahu, die lediglich 900.000 Einwohner hat. Immer mehr Privathäuser und einzelne Zimmer werden zu Ferienwohnungen umgebaut, sodass es für einkommensschwächere Bewohner unmöglich geworden ist, eine Unterkunft zu bezahlen. Dadurch entstehen insbesondere auf O’ahu immer mehr Zeltunterkünfte auf Campingplätzen, aber auch unter Brücken oder versteckt im dschungelartigen Wald neben den Straßen.

Das Bedenkliche dabei ist, dass der Tourismus Fluch und Segen zugleich darstellt, wie so oft aber nicht alle davon profitieren können.

WEITERE SEHENSWERTE ZIELE IN DER UMGEBUNG

  • Kualoa Ranch – Ranch und Drehort berühmter Filme wie Jurassic Parc mit einem vielfältigen Angebot
  • Koko Head – anstrengende Wanderung auf einen Vulkan mit Blick über Hanauma Bay und Honolulu
  • Polynesian Cultural Center – Themenpark und Museum im polynesischen Stil

Von allen vier Inseln, die wir besucht haben, hat uns O’ahu am wenigsten überzeugen können. Während man in Honolulu und Waikiki jenseits vieler Probleme der Insel lebt, begegnet man während einer Tour über die Insel häufig Armut und Obdachlosigkeit.

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