Unterwegs im bergigen Nordwesten Argentiniens

Nach unseren ersten Tagen in der Stadt zog es uns jedoch recht schnell wieder hinaus in die Natur. Salta und vor allem die Umgebung der Stadt hatten wir lange Zeit nicht wirklich auf dem Schirm, schenkten ihr jedoch mehr Aufmerksamkeit, als wir vom Tren de las Nubes, dem Zug über den Wolken hörten. Außerdem wollten wir unbedingt den Rainbow Mountain Argentiniens sehen, nachdem wir aus verschiedenen Gründen in Peru darauf verzichtet hatten.

Nach weiterer Recherche entdeckten wir dann noch ein zusätzliches Highlight, eine Salzwüste. Außerdem freuten wir uns darauf, wieder mit dem Mietwagen unterwegs zu sein und dadurch die Reisegeschwindigkeit anpassen und die Landschaft in vollen Zügen genießen zu können.

Sehenswürdigkeiten

HORNOCAL

Unser erster Weg aus Salta heraus führte uns in Richtung Norden, da wir die Serranía de Hornocal im besonderen Licht des späten Nachmittags besuchen wollten. Diese ist eine farbenfrohe Kalksteinbergkette, die sich von Argentinien über Bolivien bis nach Peru erstreckt und hier bis zu 4760m hoch ist. Die Aussichtspunkte sind nur über gut 25km unbefestigte Straße zu erreichen.

Das Beeindruckende sind die geschichteten Farben, dem Namen nach sollen es 14 Farben sein, die auf der gezackten Bergkette zu sehen sind. Unser Auto stellten wir auf gut 4350m ab und beim Aussteigen waren wir zunächst einmal sprachlos – aufgrund der dünnen Höhenluft, aber auch aufgrund des einmaligen Ausblicks.

Diesen wollten wir uns noch aus der Nähe anschauen, sodass wir einige Meter abstiegen, um einen ungetrübten Blick in die Weite des Tals zu bekommen. Sonne und Wolken wechselten sich hier regelmäßig ab und der frische Wind am Aussichtspunkt trieb uns den Hügel wieder hinauf, um eine wärmende Jacke zu holen.

Die gesamte Region heißt Quebrada de Humahuaca und wurde 2013 zum Weltkulturerbe erklärt.

SALINAS GRANDES

Eigentlich wollten wir ja gerne die Uyuni Wüste, eine Salzwüste in Bolivien besuchen. Aufgrund der politischen Situation in Bolivien konnten wir diesen Plan leider nicht umsetzen, sodass wir uns um so mehr freuten, als wir feststellten, dass es die Salinas Grandes gibt.

Die Salzwüste liegt auf einer Höhe von ungefähr 3450m und bedeckt gut 212km2. Die Wüste lässt sich nur mit einer geführten Tour besuchen, bei der immer zwei Fahrzeuge mit einem Guide die Ebene befahren dürfen. Der Guide gibt dabei die Richtung vor, da für den Laien kaum sichtbare Straßen existieren und es wichtig ist, nur die freigegeben Wege zu befahren. Während der Tour wird an einem Abbaubecken und an einer kleinen Lagune gehalten.

Dort gibt es Informationen zur Entstehung, zum Abbau, zur Weiterverarbeitung und zur umliegenden Landschaft.

Die Lagune und deren Umgebung konnten wir dann nutzen, um einige Bilder mit Spiegelungen und optischen Täuschungen zu machen.

Dabei stellten wir nach unserem sitzenden Foto erstaunt fest, dass diese Wüste nicht trocken, sondern äußerst feucht ist.

TREN A LAS NUBES

Wer uns kennt, weiß, dass wir für so manche Aktion zu begeistern sind und gerne auch mal mit Zügen durch die Gegend reisen. Nachdem wir vom ‚Zug in die Wolken‘ gehört hatten, waren wir infiziert von dem Gedanken das Viadukt ‚La Polvorilla‘ auf 4200m zu erreichen.

Ursprünglich verkehrte der Zug auf gut 217km von Salta bis zum Viadukt in den Anden. Nach einigen Jahren der Stilllegung aufgrund des schlechten Zustandes der Lokomotiven und der Strecke verkehrt der Zug heute zumindest wieder von San Antonio de los Cobres bis zum Viadukt.

Den Weg bis dorthin legt man in Bussen zurück und sieht daher zum Teil nur aus der Ferne einzelne der 44 Brücken und 21 Tunnel. Die beiden Spitzkehren und Kehrschleifen sind leider nicht mehr Bestandteil der Zugfahrt.

Die Fahrt selbst ist landschaftlich sehr interessant und an entsprechenden Punkten, z.B. Mina Concordia (ehemalige Mine) hält der Zug an und man bekommt über die Lautsprecher Informationen zur Station.

Das Highlight bilden definitiv die Ankunft und die Zeit am 63m hohen Viadukt. Traditionell hisst das Zugpersonal auf einer kleinen Anhöhe die argentinische Flagge und spielt währenddessen die Nationalhymne. Hier kann man außerdem noch kleine Andenken und argentinische Spezialitäten kaufen.

Nach unzähligen Fotos geht es dann mit Zug und Bus wieder zurück nach Salta.

WEITERE SEHENSWERTE ZIELE IN DER UMGEBUNG

Die Region nordwestlich von Salta bietet noch einige weitere Orte, die man besuchen und auch zum Übernachten nutzen kann:

  • Pucará de Tilcara – kleine Ortschaft mit einer restaurierten Indianerfestung
  • Cerro de los Siete Colores in Purmamarca – kleiner Rainbowmountain, der einfach zugänglich ist
  • Iruya – kleines Bergdorf, das im letzten Abschnitt nur über eine unbefestigte Straße erreicht werden kann

Argentiniens Norden zählt zu den Gegenden, die wir zu Beginn unserer Reise nicht wirklich eingeplant hatten, die uns dafür aber umso mehr überraschten. Es hat Spaß gemacht, mit dem Mietwagen durch die Region zu fahren und das sich stetig wechselnde Farbenspiel der Natur zu bewundern.

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