Roadtrip I – Nationalparks in Kalifornien

Nach den ersten Tagen in San Francisco haben wir die Stadt dann voll bepackt wieder verlassen, um unseren Mietwagen am Flughafen abzuholen. Nach der Ausfahrt aus dem Parkhaus lernten wir dann direkt unsere erste Lektion in Bezug auf amerikanische Großstädte – Starte deinen Roadtrip NIE während der Rushhour…

Sehenswürdigkeiten

LAKE TAHOE

Spät in der Nacht sind wir nach so einigen Höhenmetern und vielen Kurven in unserem ersten Motel der Reise angekommen, fielen direkt in unsere Betten, um am nächsten Tag wieder fit zu sein.

Bei unerwartet frischen Temperaturen, die sich im Tagesverlauf jedoch noch deutlich steigerten, starteten wir am nächsten Morgen, um die Umgebung zu erkunden und zum ersten Mal unsere Wanderschuhe zu schnüren. Zwei beeindruckende und ganz unterschiedliche Wasserfälle wollten wir besuchen – die Emerald und die Eagle Falls. Beide sind unweit der Emerald Bay, in deren Nähe dann auch unser erster Campingplatz lag, auf dem wir kurz nach dem Aufbauen des Zeltes Besuch bekamen.

Wer unsere Posts auf Instagram und Facebook verfolgt hat, hat bereits davon gelesen, dass direkt am ersten Abend Bären, eine Mutter mit zwei Jungen, auf dem Hügel hinter unserem Zeltplatz aufgetaucht ist. Wie wir uns gefühlt haben? – Auf der einen Seiten waren wir total fasziniert von diesem einmaligen Moment, aber auf der anderen Seite haben wir natürlich auch darüber nachgedacht, dass uns in der Nacht nur unsere dünne Zeltplane von allem trennt, das draußen unterwegs ist.

Die Schwarzbären der Sierra Nevada sind jedoch weder aggressiv, noch wirklich gefährlich für den Menschen. Sie haben es viel mehr auf alles abgesehen, was essbar ist oder gut und intensiv duftet. Daher sollte man auch immer darauf achten, alles Essbare und alle Hygieneartikel, die duften, in den Bear-Lockers einzuschließen.

Die Nacht haben wir dann zunächst tatsächlich mutig im Zelt verbracht, als es dann aber in der Nacht immer wieder laut im Wald knackte, haben wir unser Nachtlager auf die Vordersitze im Auto verlagert. 

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GEISTERSTADT BODIE

Im Anschluss führte uns unser Weg weiter nach Süden und wir machten einen Abstecher über eine unbefestigte Straße, um uns die Geisterstadt Bodie anzuschauen. Diese wurde zur Zeit des großen Gold-Rush 1859 gegründet und gut 70 Jahre später wieder aufgegeben.

Aufgrund der besonderen klimatischen Bedingungen und der geringen Luftfeuchtigkeit blieben viele Gebäude, Autos und Gegenstände relativ gut erhalten und stellenweise schaut es in diesem Freilichtmuseum so aus, als seien die Menschen gerade eben erst zur Tür raus.

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Man kann hier durch die alten Straßen laufen, Schule, Kirche, Saloon, Privathäuser und den Friedhof betrachten. Hoch über allem thronen dabei die alten Minengebäude, die man jedoch nur mit einer Spezialführung besichtigen kann.

YOSEMITE NATIONALPARK

Ein erstes Highlight unserer Reise sollte der Besuch des Yosemite Nationalparks werden. Dabei hatten wir dank unserer Hartnäckigkeit Glück und konnten kurzfristig für drei Nächte direkt im Yosemite Valley im Schatten des Half Dome übernachten. Wir wollten zwar zunächst nur eine Nacht bleiben, fühlten uns aber nach kürzester Zeit in diesem einmaligen Ambiente so wohl, dass wir zwei Verlängerungen buchten. 

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Dabei ist zu beachten, dass die Campingplätze im Valley und auch in den anderen Nationalparks nur über die offizielle Webseite/App gebucht werden können und für die meisten Plätze die Reservierung ca. 6 Monate im Voraus geöffnet wird. Da wir jedoch nicht so weit in die Zukunft planen konnten und wollten, waren wir auf spontane Absagen angewiesen. 

Im Valley und der Umgebung haben wir einige Wanderungen unternommen und haben dann abends den Mercad River zum Abkühlen genutzt.

Wir waren natürlich bei den Lower Yosemite Wasserfällen und den Vernal und Nevada Wasserfällen. Haben uns die beiden berühmten Berge El Capitan und Half Dome aus unterschiedlichsten Perspektiven vom Tunnel View, Sentinel Dome, Glacier Point und Olmsted Point angeschaut. Außerdem sind wir zum May Lake unweit der Tioga Road, die nur wenige Monate im Jahr geöffnet ist und durch eine beeindruckende Landschaft führt, gewandert. 

SEQUIA NATIONALPARK

Nach diesen beeindruckenden Tagen im Yosemite Valley führte uns unser Weg weiter gen Süden für einen kurzen Abstecher in den Sequoia Nationalpark. Hier haben wir uns tatsächlich auf die Highlights beschränkt und sind dabei den Big Trees ganz nahe gekommen. 

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Der General Sherman Tree trägt den Titel voluminösester lebender Baum der Erde. Er ist dabei zwar nur 83,8m hoch, aber insgesamt gesehen ist der Stamm auch in der Höhe noch überdurchschnittlich voluminös. Aber nicht nur dieser Rekordhalter unter den Bäumen im Park ist beeindruckend, es gibt noch eine weitere Vielzahl Sequoia, in deren Umgebung man sich klein wie eine Maus fühlt.

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Im weitläufigen Nationalpark finden sich noch weitere sehenswerte Sequoia, die zum Beispiel eng in Gruppen beieinander stehen oder auch zwei beeindruckende umgestürzte Bäume. Einer wurde dabei so ausgehöhlt, dass man mit dem Auto hindurchfahren kann und bei einem anderen sieht man das gigantische Durchmesser des Wurzelwerks. Die Wurzeln der Bäume saugen zwar wahnsinnige Mengen an Wasser auf, sind jedoch nicht sehr tief, weshalb der Winter mit seinen großen Schneemengen den größten Feind der Sequoias darstellt.

DEATH VALLEY

Um ehrlich zu sein, haben wir den Abstecher ins Death Valley erst auf dem Rückweg aus den Nachbarstaaten gemacht, aber regional gehört das Death Valley einfach noch zu den vorherigen Nationalparks.

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Während die Temperaturen bisher äußerst angenehm bis gut erträglich waren, wird uns unser Besuch im Death Valley insbesondere aufgrund der trockenen Luft und heißen Temperatur in Erinnerung bleiben. Am Tag unseres Besuchs wurden 48 Grad gemessen, die Rekordtemperatur liegt jedoch bei 57 Grad. Nicht umsonst gibt es ausreichend Warnschilder in der Region, die davon abraten nach 10 Uhr Aktivitäten im Freien durchzuführen, geschweige denn zu wandern. Dabei ist es nicht nur die hohe Temperatur, die dem Körper zu schaffen macht, es ist außerdem noch der warme ‚Saunawind‘, der einen regelmäßig zur Wasserflasche greifen lässt und zurück ins klimatisierte Auto treibt.

Der niedrigste Punkt Nordamerikas mit knapp 86m unter Meeresniveau befindet sich in Badwater, wo man von einer Plattform aus die Salzkruste eines ehemaligen Sees betreten kann. Die Tatsache, dass hier jedes Jahr ein See mit 3,5 Meter Tiefe verdunsten würde, ist kaum vorstellbar, aber doch real.

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Neben diesem Highlight gibt es noch weitere sehenswerte Punkte entlang der Badwater Road und der Nationalparkstraße. Trotz der extremen Hitze konnten wir es nicht lassen, die Fahrt zum Dantes View anzutreten und von dort aus das Badwater Basin zu bestaunen. Direkt an der Straße liegt der Parkplatz des Zabriskie Points, den man nach einem kleinen Anstieg erreicht und von wo aus man einen beeindruckenden Blick in die felsige Landschaft des Nationalparks erhält. Entlang der Badwater Road kann man, falls das Fahrzeug off-road tauglich ist, einen Abstecher zum Devils Golf Course machen. Wir verzichteten auf diesen Punkt und fuhren stattdessen lieber über den Artists Drive, eine einspurige und kurvenreiche Straßen durch felsiges Gelände, wo insbesondere im Abendlicht die unterschiedlichsten Felsfarben zu sehen sind.

Nach all diesen einmaligen Eindrücken galt es für uns noch einen Campingplatz zu finden. Gar nicht so einfach, wenn es im Zentrum des Nationalparks zwar zwei Hotels gibt, die von unzähligen Palmen gesäumt werden, aber keinen Campingplatz, der geöffnet hat. Ehrlich gesagt hätten wir hier auch nicht übernachten wollen, da es selbst in der Nacht nur auf ca. 38 Grad abgekühlt hätte und somit ein entspanntes Schlafen im Zelt nicht möglich gewesen wäre. Aber auch auf dem Weg aus dem Nationalpark hinaus, wurde die Situation nicht besser. Es blieb wahnsinnig warm und windig. Dennoch ließen wir uns den Stop bei den Mesquite Sanddünen nicht entgehen und so spazierten wir kurz vor Sonnenuntergang durch die Dünen und genossen dieses Ambiente.

Zum Glück haben wir dann doch noch einen Platz für die Nacht gefunden, eher spartanisch von der Ausstattung, dafür überraschend mit WLAN und am günstigsten auf unserer gesamten Rundreise in den USA.


Nach dieser ersten Woche mit vielen angenehmen Nächten auf Campingplätzen oder in Motels und viel Kontakt zur Natur ging es für uns weiter in die angrenzenden Bundesstaaten Arizona, Nevada und Utah und deren  Sehenswürdigkeiten und Nationalparks, die uns ihre Schönheit auf ganz andere Art und Weise offenbarten.

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