Challenge Roth 2017

Am Sonntag um 07:15 Uhr fiel der Startschuss für meine erste Langdistanz, die DATEV Challenge Roth 2017. Das Gefühl war ähnlich wie bei meiner ersten Mathe Klausur, eigentlich gut vorbereitet, aber wenn er/sie möchte, schaffe ich es doch nicht.
Das Schwimmen im Main-Donau-Kanal lief nach Plan, 1:04 h mit lediglich zwei Mal Schwimmen pro Woche, ist absolut zufriedenstellend.IMG_1889

Das was dann kam, hat meine Erwartungen in allen Belangen übertroffen. Die vielen Zuschauer an der Radstrecke (danke Tobi für den Support am Kalvarienberg) und dieser Solarer Berg, echte Highlights und sehr emotional. Ich musste mich auf der ersten Runde allerdings häufiger ermahnen und auf die Worte des Coachs hören, 190 Watt nicht mehr. Auf der zweiten Runde kam dann ein tiefes Tal, das von 120 km bis 160 km andauerte, aus dem ich aber mit einer Flasche Cola in Solar wieder raus gekommen bin. Ohne Titel

In der Wechselzone II traute ich meinen Augen nicht, als ich auf die Uhr schaut. Da standen allen Ernstes 5:18 Stunden, damit habe ich in 100 kalten Wintern nicht gerechnet und das noch bei dem ätzendem Wind auf der Strecke, einfach unglaublich und meine stärkste Disziplin sollte ja noch kommen.

Deshalb war mein erster Gedanke beim Start der dritten Disziplin: Jetzt raus aus der Wechselzone und locker anlaufen, dann das Tempo auf die gewünschte Pace erhöhen und deinem Ziel, einer Zeit zwischen 10 Stunden und 10:30 steht nichts mehr im Weg. Mein zweiter Gedanke war: Was kommt eigentlich am Ende raus, wenn du jetzt deinen geplanten 3:30 Stunden Marathon läufst? Sch……, irgendwas knapp unter bzw. über 10 Stunden, dieser Gedanke in Verbindung mit der Euphorie des guten Radsplits haben mich dazu bewogen, alles zu riskieren. Bis zur 12 Kilometermarke ging das auch ganz gut, ich hab mich frisch und gut gefühlt. Dann musste ich von jetzt auf gleich das Vorhaben Sub 10 und noch viel schlimmer, sogar das Ziel unter 10:54 Stunden (Schönen Gruß nach Stralsund) bleiben zu wollen, für beendet erklären. Anschließend war ich saft- und kraftlos und nichts konnte meinem Körper wieder zu Kraft verhelfen, auch das Durchprobieren der kompletten  Verpflegungsstelle half nichts. Somit habe ich meine Uhr auf Herzfrequenzanzeige (damit ich das Elend nicht auch noch sehen muss) umgestellt und bin abwechselnd 300m gelaufen und 300m gegangen und das bis ins Ziel. Das waren die schlimmsten und lehrreichsten 30 Kilometer, die ich je gelaufen bin.IMG_1789

Du kannst nicht mehr, dir tut alles weh, feste Nahrung geht nicht runter, Cola/ ISO/ Red Bull und Brühe kannst du nicht mehr sehen und immer wieder der Gedanke: Warum tu ich mir das an? Weil der Moment, in dem du in das Stadion einbiegst, ein absolut emotionales Highlight ist und wenn du dann noch realisierst, dass du doch nur 10:40h (ich habe im besten Fall mit 11:30h gerechnet und hab auch zu recht schon das Lachen von Enrico gehört) gebraucht hast, entschädigt für all die Strapazen.

 

Ein großes Dankeschön an Nicole, meine Eltern, Enrico, Timo & Doro und Chris für euren Support, es hat mich gefreut, dass ihr dabei gewesen seid. Ein weiteres Dankeschön an Thomas Sämann für die sehr gute Trainingsbetreuung, an mb-rad-sport und den Yogaraum für den Ehegattenrabatt, die regelmäßigen Stunden haben mir sehr geholfen!

 

Wir sehen uns 2018 in der geilsten Stadt der Welt!

 

 

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